Blog

Auf Erfolgskurs: Online-Marktplätze sorgen für Boom bei Aktivsportarten

Sophie Marchessou - 28. Mai 2023
image

Die Sportartikelbranche hat eine wilde Berg- und Talfahrt hinter sich. Zu Beginn der Covid-19-Pandemie schnellte die Nachfrage nach Outdoor- und Fitnessausrüstung in die Höhe. Verbraucher wollten die Chance nutzen, sich mehr zu bewegen und Zeit in der Natur zu verbringen, was unter anderem Kajaks, Laufschuhe und sogar Whirlpools zu begehrten Ausrüstungen machte. 

Mit der Zeit verflüchtigte sich jedoch der positive Einfluss der Pandemie auf die Sportartikelbranche: Im Rahmen der aktuellen Konjunkturflaute bewegen sich die Absatzzahlen nun in die entgegengesetzte Richtung. Einem aktuellen Bericht von McKinsey zufolge vertrauen gerade einmal 6 % der Sportartikelhändler auf ihre wirtschaftliche Stabilität und Performance. So gaben in der zweiten Jahreshälfte 2022 vor allem Überbestände und die sinkende Nachfrage Anlass zur Sorge. 

Einzelhandelssegmente wie Sportartikel und -kleidung sind immer abhängig von der Kauflust der Verbraucher. Wie können sich Einzelhändler für diese Konjunkturschwankungen rüsten? Für einige ebnet das Marktplatzmodell den Weg in eine besser vorhersagbare und wirtschaftlich stabile Zukunft.

Viele Sportmarken, die weg vom Großhandel und hin zum Direktverkauf an die Verbraucher wollen, treten heute als Verkäufer auf Marktplätzen auf, wo sie mehr Kundendaten erfassen, Überbestände mittels vorhandener D2C-Logistikinfrastrukturen abverkaufen und ihre Vertriebskanäle diversifizieren können, um Zugang zur bereits gefestigten Kundenbasis zu erhalten. 

Sportartikelhändler starten zudem eigene Marktplätze, um ihre Zusammenarbeit mit führenden Sportmarken über das Eigenangebot hinaus auszubauen. Des Weiteren können Einzelhändler mit einem Marktplatz ihr Longtail-Sortiment über die beliebtesten Produkte einer bestimmten Marke hinaus erweitern – so profitieren auch Partnermarken von einem neuen Kanal für den Verkauf ihrer Longtail-Produkte. 

Skalierbarkeit und Stabilität dank Marktplatzmodell 

Wie können Einzelhändler das Verbraucherinteresse an Aktivsportarten nutzen und sich gleichzeitig für plötzliche Umschwünge bei der Nachfrage wappnen? Mit dem Marktplatzmodell erweitern Unternehmen in der Sportartikelbranche sowohl ihre Zielgruppe als auch ihren Produktkatalog. Sinkt die Nachfrage in einer bestimmten Region oder Kategorie, können sie über den Marktplatz neue Produktkategorien oder Markttrends bedienen, ohne ihre Bestände zu vergrößern, da die Artikel von Dritthändlern gelagert und versandt werden.

Bei der jüngsten Mirakl-Verbraucherstudie „Verbraucherpräferenzen im Digital-First-Zeitalter“ wünschten sich 60 % der Teilnehmenden, dass mehr ihrer bevorzugten Online-Händler über eigene Marktplätze verfügen. In vielen Regionen weltweit nehmen Einzelhändler für Sportartikel und verwandte Branchen diesen Wunsch zum Anlass, einen eigenen Enterprise-Marktplatz zu starten:

  • Decathlon stärkte mithilfe des Marktplatzmodells seine globale Aufstellung. Heute bietet der internationale Sportartikel-Titan in über 14 europäischen und asiatischen Ländern Marktplätze mit mehr als 1.000 Verkäufern und 400.000 Produkten und passt sein Angebot dank Kooperationen mit führenden Marken und lokalen Partnern in jedem Land an die Nachfrage der Kunden an. Folglich erweiterte Decathlon die Produktpalette für zahlreiche Nischensportarten und Preispunkte. 

  • Fanatics ist der global führende Anbieter von lizenziertem Merchandise der weltweit beliebtesten Sportteams. Mithilfe des Marktplatzmodells stärkt die digitale Sportplattform ihr Kernangebot durch einen größeren Produktkatalog mit hochwertigen Dritthändlern und baut ihr Geschäft außerhalb der USA aus. Die Plattformtechnologie hilft Fanatics, den Bedarf aller Kunden zu decken – unabhängig davon, wo sie leben und für welches Team ihr Herz schlägt.

  • Auch dem französischen Outdoor-Händler Alltricks hat der Start des eigenen Marktplatzes ein enormes Wachstum beschert. So verzeichnete das Unternehmen dank der Plattform einen Anstieg von 50 % bei den verfügbaren Produkten und nutzt sie außerdem dazu, sein Angebot an überholten Second-Life-Produkten auszubauen. Unternehmen wie Loewi verkaufen über den Marktplatz generalüberholte Produkte

  • Der schwedische Anbieter Stadium für Sportartikel und -kleidung schaffte es mit dem eigenen Marktplatz, seine Marktposition zu festigen und auszubauen. Dank des Plattformmodells arbeitet das Unternehmen nun mit Top-Marken zusammen – von Marktführern wie Adidas und Nike bis hin zu vielversprechenden Newcomern wie Craft und Surfskjulet.

Wachstum und Kuration durch ein personalisiertes Einkaufserlebnis

Das enorme Potenzial für Online-Wachstum und Skalierbarkeit kann auf Sportartikelhändler einschüchternd wirken. Doch mit dem Marktplatzmodell gelingt der Übergang zum Digital-First-Business kinderleicht und innerhalb weniger Monate. Unsere Lösungssuite mit Tools wie Mirakl Target2Sell unterstützt das Wachstum und die Erweiterung durch automatisierte Produktentdeckungen sowie ein rundum personalisiertes Einkaufserlebnis für die Kunden. Der führende spanische Sportartikelhändler Sprinter etwa konnte mit Target2Sell seinen Mirakl-basierten Marktplatz rasch und ohne Qualitätseinbußen ausbauen.

„In jedem Abschnitt unserer Marktplatz-Strategie hilft unser Marketing, den Marktplatz bekannter zu machen, durch Recruitment neuer Verkäufer das Produktangebot zu erweitern und den GMV kontinuierlich zu steigern“, erklärt Queena Lin, International eCommerce and Marketplace Lead bei Sprinter. „In den ersten sechs Monaten haben wir mehr als 200 Marken hinzugefügt und einen durchschnittlichen Bestellwert von 60 EUR erreicht. Heute bieten wir 800 Marken und 60.000 aktive Produkte.“

„Die KI-getriebene Personalisierung hat auf qualitativer Ebene das Kundenerlebnis und in quantitativer Hinsicht auch unser Geschäftsergebnis verbessert.“ Nuria García Reche, Global Performance Lead, SPRINTER

Sportartikelhändler, die sich in ihrer hart umkämpften Branche an die Spitze setzen wollen, bauen mithilfe des Plattformmodells ihr Sortiment aus, übertreffen Kundenerwartungen und sind der Konkurrenz immer einen Schritt voraus. 

Sie wollen Ihr Unternehmen mit einer Marktplatz- oder Dropshipping-Plattform voranbringen? Das Mirakl-Team hilft Ihnen gerne dabei. Sprechen Sie uns an!

image
Sophie Marchessou,
Chief Customer Officer, Mirakl